Weil Toplox erst seit Ende Januar in Deutschland vertrieben wird, ist es noch weitgehend unbekannt. Dennoch regt sich Skepsis. "Das kann so nicht funktionieren", ist sich Harald Werner, Mitinhaber und Produktentwickler der Caree Chemie GmbH, Düren, sicher, "es gibt keine Abbeizpaste, die ohne Flusssäure auskommt, weil nur so die Metalloberfläche entsprechend sauber wird." Nach seiner Meinung handelt es sich eher um einen Reiniger und nicht um eine Beize. Natürlich sieht das der Hersteller ganz anders. "Wir haben einen total anderen Ansatz gewählt", erläutert Dr. Rudi Feist, Geschäftsführer der Fluorochemika, "wir verwenden zum Beispiel keinerlei Halogene in Toplox, sondern nutzen Komplex bildende Fluorverbindungen, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Salzwassersprühtests haben gezeigt, dass an sich Toplox behandelten Stellen auch nach 2000 Stunden keinerlei Korrosionsbildung zeigt (Bild 2), während bei den mit herkömmlicher Abbeizpaste behandelten Stellen schon deutlich Korrosionsspuren zu sehen sind."
Hier steht Meinung gegen Meinung. Es fällt schwer zu entscheiden, wer recht hat. Denn es gibt erst wenige interne Versuche bei ausgesuchten Anwendern. Doch halten die ihre Ergebnisse vorläufig noch zurück. Denn, wenn Toplox funktioniert, dann hätte man höchst wahrscheinlich einen deutlichen Wettbewerbsvorteil, den man natürlich nicht an die große Glocke hängen will. Denn davon ist Werner überzeugt: "Wem es gelingt, ein völlig ungiftiges Mittel für die Edelstahlreinigung zu finden, der verdient sich eine goldene Nase."