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Technik-Trends
01.04.2009
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Edelstahlnähte - blank ohne Gift

Wer Edelstahl schweißt, kennt die Anlassfarben, die aufgrund der großen Wärmeeinwirkung längs an Schweißnähten entstehen. Diese meist von Gelb nach Dunkelblau verlaufenden Verfärbungen sind nicht nur unschön (Bild 1), sondern sie sorgen auch für eine partielle Schwächung des Korrosionsschutzes, sodass sie gründlich entfernt werden müssen. Die bislang verwendeten Abbeizpasten, die Flusssäure und Salpetersäure enthalten, sind als hoch giftig eingestuft, weil ihre Dämpfe ätzend wirken und so ziemlich alles angreifen, was sich in unmittelbarer Nähe befindet. Bei der Handhabung dieser Pasten sind deshalb besondere Sicherheitsbestimmungen zu beachten, und das Spülwasser, das bei der Behandlung anfällt, darf nicht in die öffentliche Kanalisation abgeleitet werden, sondern muss als teuerer Sondermüll entsorgt werden.

Diese Situation könnte sich deutlich verbessern, wenn das neue nicht toxikologische Reinigungsmittel Toplox das hält, was sein Hersteller Fluorochemika, Tarnow/Polen, verspricht. Das neue Mittel, dessen genaue Zusammensetzung natürlich streng geheim ist, ist den Herstellerangaben zufolge genauso wirksam wie herkömmliche Abbeizpasten, dabei aber völlig ungiftig und wird deshalb nur als reizend eingestuft. Toplox gibt es als Bad oder Paste und ist vollständig biologisch abbaubar. Man trägt es beispielsweise mit einem Pinsel oder Schwamm auf und spült es dann ab. Das ablaufende Wasser darf in das öffentliche Kanalnetz eingeleitet werden.

Bild 1: Toplox vor Behandlung - Edelstahl-Schweißnaht in unbehandeltem Zustand. Deutlich sind die Verfärbungen der Schweißnaht sowie des angrenzenden Metalls zu sehen.
Bild 1: Toplox vor Behandlung - Edelstahl-Schweißnaht in unbehandeltem Zustand. Deutlich sind die Verfärbungen der Schweißnaht sowie des angrenzenden Metalls zu sehen.
Bild 2: Toplox nach Behandlung - Die Edelstahl-Schweißnaht nach Behandlung mit Toplox. Die Verfärbungen der Schweißnaht sowie die Verfärbungen in der Umgebung der Schweißnaht sind entfernt.
Bild 2: Toplox nach Behandlung - Die Edelstahl-Schweißnaht nach Behandlung mit Toplox. Die Verfärbungen der Schweißnaht sowie die Verfärbungen in der Umgebung der Schweißnaht sind entfernt.

Weil Toplox erst seit Ende Januar in Deutschland vertrieben wird, ist es noch weitgehend unbekannt. Dennoch regt sich Skepsis. "Das kann so nicht funktionieren", ist sich Harald Werner, Mitinhaber und Produktentwickler der Caree Chemie GmbH, Düren, sicher, "es gibt keine Abbeizpaste, die ohne Flusssäure auskommt, weil nur so die Metalloberfläche entsprechend sauber wird." Nach seiner Meinung handelt es sich eher um einen Reiniger und nicht um eine Beize. Natürlich sieht das der Hersteller ganz anders. "Wir haben einen total anderen Ansatz gewählt", erläutert Dr. Rudi Feist, Geschäftsführer der Fluorochemika, "wir verwenden zum Beispiel keinerlei Halogene in Toplox, sondern nutzen Komplex bildende Fluorverbindungen, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Salzwassersprühtests haben gezeigt, dass an sich Toplox behandelten Stellen auch nach 2000 Stunden keinerlei Korrosionsbildung zeigt (Bild 2), während bei den mit herkömmlicher Abbeizpaste behandelten Stellen schon deutlich Korrosionsspuren zu sehen sind."

Hier steht Meinung gegen Meinung. Es fällt schwer zu entscheiden, wer recht hat. Denn es gibt erst wenige interne Versuche bei ausgesuchten Anwendern. Doch halten die ihre Ergebnisse vorläufig noch zurück. Denn, wenn Toplox funktioniert, dann hätte man höchst wahrscheinlich einen deutlichen Wettbewerbsvorteil, den man natürlich nicht an die große Glocke hängen will. Denn davon ist Werner überzeugt: "Wem es gelingt, ein völlig ungiftiges Mittel für die Edelstahlreinigung zu finden, der verdient sich eine goldene Nase."

Flourochemika wird in Deutschland vertreten durch
Thomas Oesterwinter GmbH & Co KG
Wattstrasse 10
D-33613 Bielefeld
Tel. +49 (0)521 33 11 30
Fax +49 (0)521 33 12 02
 
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